Meine Erfahrungen mit Online Shops

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In den letzten Jahren habe ich mir ein eigenes Produktportfolio aufgebaut. Zur Vermarktung suchte ich Möglichkeiten ausschliesslich über den virtuellen Vertriebskanal (online).

Warum über den Web-Kanal?

  • Skalierbarkeit: wollte die Produkte für jeden (wenn und wo möglich auch international) zugänglich machen
  • Geringer Aufwand: wenn ich weitere Unterhändler mit einbaue, dann muss ich diese erst aquirieren.
  • Hohe Gewinnmarge bei gleichzeitig günstigem Preis für den Käufer.
  • Weil ich mich im Online Marketing und Verkauf auskenne.

 

Ranking der Online Marktplätze

Online Marktplätze Im Vergleich
Online Marktplatz Umsatz in Mio in Deutschland (Okt. '14) Alexa.com Ranking in Deutschland (Dez. 2015) OVI Index (Dez. 2015) Monatliche Gebühr in € Verkaufsprovision in %
Amazon 968 2 167152 39,90 15,0
eBay 1400 5 69792 29,95 8,5
Rakuten 16,5 301 1794 39,00 9,0
Yatego k/A 2236 1463 37,90 8,0
Dawanda 7,7 116417 6643 Gebühr je eingestellten Artikel 5,0

 

Welche Platformen habe ich mir ausgesucht und warum?

eBay

  • Einfach für Anfänger… hier braucht man zu Beginn nicht gleich schon eine Gewerbeanmeldung und kann erste Erfahrungen sammeln.
  • Bekannteste Online Platform (nach Amazon) und damit auch ein hohes Marktpotenzial. Auch international.
  • War mir bereits bekannt aus ein paar privaten Versteigerungen.
  • Eignet sich auch für niedrigpreisige Artikel (was bei Amazon nicht unbedingt der Fall ist).
  • Am Anfang hatte ich kostenfreie 1 EUR Auktionen erstellt, die es damals gab.
  • eBay hat eine hohe Verkäufer-Feedback-Rate. Das kam meinem Produkt sehr entgegen, weil mein Produkt und mein Service sehr gut ist und ich deshalb auch automatisch relativ schnell viel positiven Feedback bekam.
  • Eine Verbindung zur Google-Produkt-Suche ist möglich. Hierzu müssen allerdings bestimmte Voraussetzungen beachtet werden … und die kennen die Wenigsten.

Amazon

  • Amazon ist die mit Abstand erfolgreichste Platform für Händler.
  • Amazon hat ein hervorragendes Branding mit sehr hoher Kundenzufriedenheit.
  • Amazon macht im Vergleich zu eBay einen deutlich aufgeräumteren Eindruck. D.h. ein und derselbe Artikel wird nicht 10 oder gar 100fach gelistet, sondern im Regelfall nur 1mal. Das kommt dem Kunden entgegen und ist auch für den Händler deutlich einfacher zu verwalten.
  • Amazon übernimmt das komplette Zahlungsmanagment und um säumige Zahlungen muss ich mich nicht kümmern. Dass ich meine Zahlungen nicht in Echtzeit, sondern mit einem leichten Zeitversatz erhalte macht mir in diesem Zusammenhang nichts aus. (eBay arbeitet seit Jahren daran sich Amazon anzugleichen)
  • Käufer auf Amazon achten mehr auf die Qualität und nicht nur auf den Preis. Umgekehrt achten eBay Käufer viel mehr auf den Preis und die Qualität scheint nur eine untergeordnete Rolle zu spielen.
  • Amazon hat eine sehr gute Kundenbetreuung, dies gilt nicht nur für den Endkunden, sondern auch für mich als Händler auf Amazon Seller Central … (die Kundenzufriedenheit kommt nicht von ungefähr).
  • Man muss aufpassen, dass man gleich von Anfang an als Händler (Seller Central) einsteigt und nicht ein Upgrade fährt und dann „nur“ mit reduzierten Marketplace Capabilites ausgestattet ist. Insbesondere möchte ich darauf hinweisen, dass ein Marketplace Teilnehmer nicht die Versandkosten selbst bestimmen konnte, während ein Seller-Central Teilnehmer hier völlige Freiheiten hatte (dies ist heute meines Wissens nach nicht mehr so).
  • Wenn man ein erfolgreiches Produkt hat, hat man im Vergleich zu eBay bei Amazon eine deutlich bessere Chance, seinen Absatz und Umsatz zu steigern.
  • Google-Produktsuche ist hier nicht möglich.

Eigener Online Shop

  •  Diese Option macht meiner Einschätzung nach dann Sinn, wenn man sich einen eigenen Marketing-Kanal aufgebaut hat. D.h. wenn man z.B. seinen Kunden bei jeder Sendung auch Flyer mit seinem Produktportfolio beilegt, oder wenn man über Webseiten, Google-Ranking, (Google-)Produkt-Suchmaschinen und weitere Werbemassnahmen auf seinen eigenen Online Shop aufmerksam macht. Ohne eine entsprechende Marketing-Maschine macht das sonst meiner Meinung nach keinen Sinn.
  • Hier ist die Gewinn-Marge am Höchsten.
  • Es gibt Raum, um sich ein eigenes Branding aufzubauen und die Kundenbeziehung auch langfristig auszubauen.
  • Ganz wichtig ist hier auch die Möglichkeit zu nutzen eigene Artikel zu verfassen und so dem Kunden über Inhalte mehr als nur ein Produkt und ein guten Service zu bieten.

Rakuten/Tradoria, Yatego, Hood, DaWanda

  • Allesamt Alternativen zu eBay und Amazon. Eigentlich unbedeutend vom Marktanteil haben aber Ihre Existenzberechtigung.
  • Rakuten: steigender Marktanteil, wenn auch noch gering. In Japan ganz Groß. Vorteile sind hier die hohe Integrationsmöglichkeit mit Preissuchmaschinen und Produktportalen … in allererster Linie die Verbindung zur Google-Produktsuche. Die Kosten sind ungefähr so hoch wie bei Amazon/eBay. Dieser hohe Preis wird aber bei deutlich geringerem Umsatz nur dann gerechtfertigt, wenn über den zusätzlichen Kanal mit zusätzlichen Marketingmöglichkeiten auch tatsächlich entsprechender zusätzlicher Umsatz generiert werden kann. Den Clip-Level muss jeder für sich selbst errechnen.
  • DaWanda: geht nur bei kreativen Produkten, am besten Produkte, die in Handarbeit hergestellt wurden. „Produkte mit Liebe gemacht“ heißt der Slogan. Keine monatlichen Gebühren, aber bei Verkauf geht ein Prozentsatz an DaWanda. Man kann zusätzlich bewerben auf der Homepage und auf sogenannten Logenplätzen von DaWanda. Ob sich das lohnt, hängt sicher vom Artikel ab und ist bei kreativen Artikeln auf jeden Fall einen Versuch wert.
  • Hood bietet eine kostenlose Platform. Nur bei Zusatzoptionen wird eine Gebühr verlangt. Hier kann man im Grunde nichts verkehrt machen, man geht kein Risiko ein. Solange sich der Aufwand für’s Einstellen in Grenzen hält macht es Sinn Hood auszuprobieren.

Google Advertising, Google Natural Search Ranking (SEO), und Google Produktsuche

  • Bei Google über die natürliche Suche ganz oben zu stehen, ist ein riesiger Vorteil. Es kostet nichts und es gibt einem ein sehr effektives Marketing-Instrument für seinen eigenen Shop als auch für alle anderen Online Aktivitäten.
  • SEO richtig! Ein Freund von mir hatte das studiert und davon hab ich profitiert. Hier gibt es viel, was man tun kann und vermutlich ist nur weniges davon wirklich ausschlaggebend. Das zu tun, was wirklich wichtig ist, ist die Kunst. Sehr guten und relevanten Inhalt und externe Webseiten die auf meine Inhalte verlinken, sind wohl entscheidend. Mehr kann ich in diesem Artikel dazu nicht sagen.
  • Google Produktsuche muss man über Google Merchant Center einrichten. Wie oben bereits erwähnt wird die Google Produktsuche leider von Amazon nicht standardmässig unterstützt. Hier nutze ich meinen eigenen Shop und über ein anderes Google Account hab ich den „Google Product-Feed“ auch für Rakuten eingerichtet.

Facebook, Twitter, LinkedIn, XING, Pinterest, Flickr, YouTube, Slideshare, Scribd, WordPress, etc.

  • Das „Posten“ auf entsprechende Pinboards stellt – bereits bestehende Accounts vorausgesetzt –  keinen zusätzlichen großen Aufwand dar und sollte wie selbstverständlich nebenher laufen.
  • Bringt vor allem dann etwas, wenn man bereits viele Verbindungen/Freunde/Connections auf der jeweiligen Platform hat und/oder wenn man die geeigneten #-Tags dafür verwendet.
  • Ist kostenlos und bringt vielleicht auch etwas für’s Google Ranking (so wird es jedenfalls in einigen Artikeln vermutet).
  • Hier macht „posten“ in der „Öffentlichkeit“ Sinn!
  • Eigene Gruppen für ein dediziertes Thema (z.B. „Sitzen pinkeln“ Gruppe auf facebook) kann einen guten Effekt erzielen.
  • Ich nutze die vielen Interfaces, die auf den verschiedenen Platformen bereits angeboten werden. So erlaubt z.B. DaWanda ein Posting neuer Artikel direkt auf facebook etc.
  • Die eigene Webseite und ggf. ein eigener Online Shop bieten selbstverständlich die Möglichkeit des „Teilens“ und neue Artikel werden selbstverständlich auf den sozialen Platformen gleich mit publiziert.

Bezahltes Marketing (Google Advertising, Facebook Advertising, etc.)

  • Ich hatte hier keine wirklich gute Effekte erzielen können. Und das obwohl ich einen sehr erfahrenen und gut ausgebildeten Spezialisten zur Seite hatte. Vielleicht liegt es an meinen niedrigpreisigen Produkten, d.h. ggf. lohnt sich ein Online Advertising, wenn man Produkte im höheren Preissegment und mit verhältnismässig günstigen Keywords bewirbt.
  • Gut zu überlegen ist hier die richtige Wahl der Keywords einschl. dem Ausschliessen von Keywords.
  • Häufig gibt es Gutscheine (z.B. Google Adwords), diese zu nutzen, um den Effekt anzutesten, empfehle ich auf jeden Fall. Meine Erfahrung war, bei 100 € Google Adwords kamen bei mir zusätzlich 100 € Umsatz. D.h. der Gutschein hat sich ausbezahlt, aber natürlich nur deshalb, weil ich nichts dafür bezahlen musste.

Rezensionen und Beschwerde-Management

Auch wenn hier viel getürkt wird, die Rezensionen werden von den Käufern als Anhaltspunkt genutzt und entscheiden häufig über Kauf oder Nicht-Kauf. Bei Amazon und eBay können z.B. Händler-Beurteilungen nur dann gegeben werden, wenn das Produkt auch eingekauft wurde. Dass es sich hier lohnt gut abzuschneiden erklärt sich von selbst. Vertrauen und ein guter Ruf sind online geschäftsentscheidend (business critical). Negative Bewertungen werden sich nie komplett ausschliessen lassen. Manchmal versagt, der Versand und häufig liegt es bei Negativbewertungen sogar eher daran, dass der Käufer in der einen oder Anderen Weise etwas versäumt hat (z.B. falsche Adresse angegeben). In jedem Fall aber ist es wichtig sofort und stets positiv auf irgendwelche Beschwerden bzw. negativen Rezensionen zu reagieren. In keinem Fall dem Käufer die Schuld zuschieben oder gar eine Diskussion anfangen. Hier hat sich für mich stets eine entschuldigende Rückmail, Bitte um Verständnis und Kulanz gegenüber dem Verkäufer ausgezahlt.

 

Referenzlinks
Top 10 Online Shops in Deutschland
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Alternativen zu Amazon und Co